Lena Henke. Schrei mich nicht an, Krieger!


Lena Henke. Schrei mich nicht an, Krieger!, © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2017, Foto: Wolfgang Günzel

Eine Raumskulptur der Bildhauerin Lena Henke in der Schirn Kunsthalle Frankfurt.

In der eigens für die Rotunde der Schirn geschaffenen Arbeit mit dem Titel Schrei mich nicht an, Krieger! reagiert Lena Henke auf die spezifischen Bedingungen des frei zugänglichen, öffentlichen Ortes. Henke versteht die Rotunde als einen Raum, der in besonderer Weise Innen und Außen miteinander verbindet – als Eingang zur Schirn, als Ausstellungsfläche und als städtebauliches Bindeglied zwischen Dom und Römer. In ihrer Installation konzentriert sich Henke auf diese uneindeutige Raumfunktion und sensibilisiert so für die Besonderheit des Ortes.

Die Künstlerin positioniert in den beiden einander gegenüberliegenden Zugängen der Rotunde zwei nach oben geöffnete und mit Sand gefüllte Aluminiumskulpturen. Es ist zunächst nicht klar, wie dieser Sand in und auf die Objekte gekommen ist. Henke leitet den Blick des Betrachters durch ein die Architektur betonendes Farbsystem nach oben zu offenen Fenstern der Umgänge, in denen ebenfalls Sand liegt. Von dort rieselt der Sand durch grobmaschige Metallrollgitter nach außen und in die Skulpturen. Die Besucherinnen und Besucher können die Umgänge der Rotunde begehen, durch den Sand laufen und damit auch Einfluss auf die Zirkulation nehmen. Gleichzeitig wird von dort oben die Form der Objekte im Außenraum sichtbar: Es handelt sich um zwei großformatige Augen. Die Assoziation von Sand im Auge – ein unangenehmes Gefühl, das mit Unbehagen und Schmerz einhergeht – liegt nahe.

Die Künstlerin verschränkt in ihren Arbeiten Themenbereiche wie Architektur, öffentlichen Raum und Stadtplanung mit subjektiven Erfahrungen. Dabei verwendet sie den vorgefundenen Ort als Ausgangsmaterial, erhöht ihn und setzt ihn wahrnehmbar in Szene. Der Wechsel der Perspektive ist ein wesentliches Moment in ihren Arbeiten und unabdingbar für die Erkenntnis der Dinge, über das Leben schlechthin. Ihre Werke lesen sich als ein selbstbewusstes Statement zeitgenössischer Kunst, dem der kraftvolle Titel ihrer Arbeit für die Schirn zusätzlich Ausdruck verleiht. (aus dem Pressetext)

Lena Henke. Schrei mich nicht an, Krieger!
Schirn Kunsthalle

Römerberg
60311 Frankfurt,  Hessen
Telefon: 069 2998820
Besucherinformationen: Schirn Kunsthalle

Bitte Weitersagen:

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.