Documenat 12: Sakarin Krue-On
Geboren 1965 in Mae Hongson, lebt in Bangkok.
Ausstellungen: The Art Center, Center of Academic Resources Chulalongkorn University, Bankok, 2006; 100 Tonson Gallery, Bangkok, 2004; 50.Venedig Biennale, 2003
Der thailändische Künstler Sakarin Krue-On ist Professor und Direktor an der Fakultät für traditionelle thailändische Malerei, Skulptur und Grafik am Thai Art Department der Silpakorn University Bangkok, wo er auch selbst studiert hat. Seine Kunst ist stark durch buddhistische Philosophie sowie traditionelle thailändische Kunst – hier vor allem die Wandmalerei – und Kultur beeinflusst: „Meine Kunst nutzt gewisse buddhistische Eigenschaften, aber bewegt sich weitab vom Religiösen … Ich benutze solche Doktrinen, um der modernen Welt Sinn zu geben.“ So übersetzt er mit seinen raumbezogenen Installationen, Videoprojektionen und Objekten historische Techniken, Formen, Motive, Farbsymboliken und mythologische Erzählungen in die zeitgenössische Kunst.
Seine Arbeiten richten sich u.a. gegen die modernen Bedingungen der sozialen Umwelt, die kapitalistische Unterwanderung und die materielle Orientierung der einst buddhistisch geprägten Gesellschaft Thailands. Auch seine beiden neuen Arbeiten, die er für die Documenta 12 geschaffen hat, nehmen das Gegenspiel von Tradition und Moderne auf.
Mit der Arbeit „Terraced Rice Fields Art Project Kassel“ wird auf dem hügeligen Gelände unterhalb des Schlosses Wilhelmshöhe zum ersten Mal in Deutschland Reis im Außenraum angebaut. Dabei werden überlieferte Methoden angewandt. Die Arbeiten werden so weit wie möglich mit einfachen Geräten wie Spaten, Gabeln und Hacken per Hand ausgeführt und auf den Einsatz von Maschinen wird weitgehend verzichtet.
Im Vordergrund dieses Projektes steht nicht das finale Reisfeld, es interessiert weder das gute Wachstum des Reises noch die Ernte. Das Ziel des Projektes ist vielmehr der Anbauprozess selbst, denn hier stoßen kulturell verschiedene Arbeitsmethoden der Gruppen mit ihren jeweils unterschiedlichen kulturellen Hintergründen aufeinander. Der gewählte Ort symbolisiert zusätzlich das Aufeinandertreffen der Kulturen: das Reisfeld – Zeugnis fernöstlicher Unterwerfung der Natur sowie Symbol für Wachstum, Entwicklung und Zusammenarbeit – und Schloss Wilhelmshöhe – von Status, Gestalt und Symbolkraft ein architektonisches Monument von eindeutig westeuropäischer Provenienz. Sind sie gleichwertige Partner, oder ist das eine Kulisse für das andere? Sakarin Krue-On will Fragen stellen und hofft, dass die Besucher Antworten finden werden.
Publikationen zur Documenta 12:
documenta 12 – Katalog: Catalogue (Varia Series)
documenta 12 – Magazin 1 – Moderne ?: Modernity? no. 1
documenta 12 – Magazin 2 – Leben!: Life! No. 2
documenta 12 – Magazin 3 – Bildung: Was tun?: Education No. 3
documenta 12 – Magazine No.1-3
documenta 12 – Bildband: Picture Book



