Documenta 12: Sanja Ivekovic

Geboren in 1949 in Zagreb, sie lebt in Zagreb
Ausstellungen: Kölnischer Kunstverein, 2006; Tate Modern, London, 2005; documenta 11, Kassel, 2002; Galerie im Taxispalais, Innsbruck, 2001

Seit Mitte der 1970er Jahre arbeitet Sanja Ivekovic mit Video, konzeptueller Fotografie, Performance, Installation und Aktion im öffentlichen Raum. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten ist meist sie selbst, ihre eigene Person, ihr eigenes Leben. Darauf aufbauend, überträgt sie ihre Themen in einen größeren Kontext.
In den 1980er und 1990er Jahren ist ihre Kunst zunehmend politisch geworden. Themenfelder jüngerer Arbeiten waren u.a. das kollektive Gedächtnis bzw. die kollektive Amnesie, der Krieg im zerfallenen Ex-Jugoslawien, die Lebensbedingungen von Flüchtlingen, der Widerstand von Frauen im Nationalsozialismus sowie Gewalt gegen Frauen.

Für die Documenta 12 ließ Sanja Ivekovic auf dem Friedrichsplatz vor dem Fridericianum ein Mohnfeld (2007) sähen. Der Mohn eröffnet ein reiches Feld an historischen und kulturellen Referenzen. So ist der rote Mohn zum Beispiel im englischsprachigen Raum ein Symbol für das Gedenken an gefallene Soldaten.

Der Friedrichsplatz wird darüber hinaus für die Dauer der Ausstellung mit Revolutionsliedern beschallt werden. Aus den Lautsprechern tönen die Stimmen afghanischer und kroatischer Frauenchöre; auf diese Weise wird nicht nur die lyrische Qualität der Arbeit deutlich, sondern Ivekovic spielt hier auch auf die Kultivierung von Schlafmohn zur Opiumproduktion durch afghanische Frauen an. Insbesondere durch die Besetzung des öffentlichen Raumes thematisiert sie die menschenrechtliche Komponente. Neben der Kritik an diesen frauenrechtlichen Verstößen geht es Ivekovic aber ebenso darum, die außergewöhnliche Selbständigkeit dieser Arbeiterinnen zu betonen; ein Aspekt, für den sich auch RAWA – Revolutionäre Vereinigung der Frauen Afghanistans einsetzt. Mit RAWA und anderen feministischen Netzwerken hat Ivekovic im Rahmen des Projektes zusammengearbeitet.

Weiter werden in Kasssel vier Fotografien ihrer 18-minütigen Performance “Triangle” von 1979 gezeigt, in der sie sich als selbst installierter Blickfang in einem von Männern dominierten Überwachungsstaat auf einem Balkon zeigt, in dessen Stasse eine Militärparade mit Präsident Tito vorbeizieht. Ivekovic opponiert damit gegen männliche Herrschaft und staatliche Gewalt.



bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis | Arts & Entertainment Blogs -  Blog Catalog Blog Directory | TopBlogs.de | blogoscoop
Sedo - Domains kaufen und verkaufen das Projekt artlog.de steht zum Verkauf Besucherstatistiken von artlog.de etracker® Web-Controlling statt Logfile-Analyse