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„Ich muß zeichnen bis zur Raserei, nur zeichnen, dann nach einiger Zeit nur das Gute aussuchen. Die Technik ist zu schön.“
„Ernst Ludwig Kirchner – Meisterblätter“ zeigt einige der herausragenden Zeichnungen aus der Sammlung des Brücke-Museums Berlin und war 2008 erster Teil eines dreiteiligen Ausstellungszyklus, den das Brücke-Museum anlässlich des 70. Todestages von Kirchner ausgerichtet hat. Anhand der „Meisterblätter“ lässt sich die zeichnerische Entwicklung Kirchners von 1906 bis 1937 verfolgen. Die Gliederung folgt Kirchners Hauptthemen: den Berliner Straßenszenen, den Bildern aus Varieté und Zirkus, den Landschaften von der Ostseeinsel Fehmarn bis zur Wahlheimat Schweiz sowie den Porträts und Akten.
Ernst Ludwig Kirchner (1880 – 1939) gilt als bedeutendster Zeichner des Expressionismus. Zeichnungen stellen in seinem OEuvre einen ebenso eigenständigen wie umfangreichen Werkteil dar. Kirchner zeichnete, wo er sich befand, ob im Atelier oder unterwegs. Die Auswahl der ‚Meisterblätter’ aus dem Berliner Brücke-Museum, das eine der umfangreichsten Kirchner-Sammlungen weltweit beherbergt, gibt einen Überblick über sämtliche Schaffensperioden – von den gemeinsamen Anfängen mit den Brücke- Kollegen um 1905 über die produktiven Berliner Jahre bis hin zum Schweizer Spätwerk.
Seit der Brücke-Gründung 1905 trafen sich seine Mitglieder meist bei Kirchner, um zu zeichnen. Sie etablierten für sich die sogenannten „Viertelstundenakte“, in denen ein Aktmodell nach spätestens fünfzehn Minuten eine neue Position einnimmt. Nicht das genaue, akademisch-präzise Zeichnen nach der Natur stand im Vordergrund, sondern es ging den jungen Künstlern um das schnelle Erfassen von Physiognomie und Bewegung, ohne die exakte Widergabe von Einzelheiten. Die reinen Umrisslinien, Proportionen und perspektivischen Verkürzungen rücken in den Fokus.
Katalog: „Ernst Ludwig Kirchner: Meisterblätter. Zeichnungen aus dem Brücke-Museum Berlin“, herausgegeben von Magdalena M. Moeller, mit Beiträgen von Katharina Henkel, Wolfgang Henze, Magdalena M. Moeller und Hanna Strzoda. Erschienen im Hirmer Verlag, München; 204 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Der Katalog ist für 25 Euro an der Museumskasse erhältlich.
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