[...] zugleich und angenehm verbindlich in dem was er von sich gibt. Mehr zu Erwin Wurm im Beitrag zur Ausstellung in Bonn. [...]
Ausstellungen und Kunstblog
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Nach dem erfolgreichen Start der Ausstellung im Münchner Kunstbau sind die Arbeiten Erwin Wurms nun in Bonn zusehen, ehe sie ihre reise nach Wien und Peking fortsetzen.

Erwin Wurm, Anger bump, 2007, Acrylic, clothes, 155 x 80 x 47 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Erwin Wurm (*1954), einer der erfolgreichsten österreichischen Künstler, bewegt sich in den Grenzbereichen zwischen Skulptur, Aktion und Performance und hat damit das Feld der Bildhauerei um entscheidende Akzente erweitert. Wenn Erwin Wurm eine Form zum Gegenstand seiner Bildnerei macht, dann wird dieses Ding zu etwas anderem und trägt fortan einen weiteren, besonderen Sinn mit sich. Autos, Kartoffeln, Gurken, Kleidung, u.v.m. hat er in seinen Skulpturen aufgegriffen und sie in ihrem Sinn verdreht. Von seinen frühen Staubskulpturen über die One Minute Sculptures bis hin zu den Raum füllenden Fat Cars und Fat Houses spannt sich ein breiter Bogen, hinter dessen vordergründig skurril-witziger Oberfläche sich pointierte Gesellschaftskritik ebenso wie philosophische Tiefe verbergen.
Die Ausstellung untersucht dieses lustvoll ausufernde Werk im Hinblick auf den Umgang des Künstlers mit Identitätsbegriff unserer Gesellschaft. Die Werkauswahl, die von den frühen 90er Jahren bis ins Jahr 2009 reicht, zeigt einen künstlerischen Kosmos, der in seinem Kern unsere menschliche Existenz als ein zwischen Lächerlichkeit und Tragödie balancierendes absurdes Spiel begreift.
Der Mehrdeutigkeit, die seinen Arbeiten innewohnt, begegnet der Künstler mit den Stilmitteln der Groteske, der Lächerlichkeit, der Übertreibung und vor allem der Paradoxie. In der Wurm’schen Welt existiert das Ich vor allem durch die Zumutungen, die es von außen erfährt. Mit seinen konsequent ins Absurde weitergedachten Körperbildern zeigt Wurm im wörtlichen Sinn die Perversion der menschlichen Existenz: Eine Verdrehung, eine Umkehrung, welche die Subjekte zu marionettenhaften Sklaven ihrer Objekte macht.
Erwin Wurms Werk ist aber darüber hinaus eine Reflexion kunstgeschichtlicher Epochenphänomene wie Ready Made, Objet-trouvé, Performance und Konzept-Kunst. Dies gilt nicht zuletzt für den Wiener Aktionismus, den er zugleich ernst nimmt und ironisch kontert, indem er den Körper als zentralen Bezugspunkt seiner Arbeit inszeniert und ihn zugleich buchstäblich aushöhlt. Wurms immer human grundierter Sarkasmus zeigt uns das menschliche Leben als Einübung und Fügung in das Unabänderliche.
Hier der Capriccio Beitrag des BR zur Ausstellung in München:
Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein 336 Seiten umfassendes Künstlerbuch im DuMont-Verlag mit Essays von Helmut Friedel, Franz Schuh, Stephan Berg und anderen zum Preis von 35 Euro.
[...] zugleich und angenehm verbindlich in dem was er von sich gibt. Mehr zu Erwin Wurm im Beitrag zur Ausstellung in Bonn. [...]
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