Julian Barnes: Der Zitronentisch

Ein Gefühl immerhin wird mit jedem Jahr stärker in mir – die Sehnsucht, die Kraniche zu sehen. Zu dieser Jahreszeit stehe ich auf dem Hügel und beobachte den Himmel. Heute sind sie nicht gekommen. Es waren nur Wildgänse da. Gänse wären schöne Tiere, wenn es keine Kraniche gäbe.

Barnes ist ein Beobachter, ein Analyst der besonderen Güte. Dabei ist er – und das unterscheidet ihn von vielen seiner Zeitgenossen – kein Zyniker. Jeder der Protagonisten dieser elf sehr unterschiedlichen Erzählungen ist auf seine Weise liebenswert und so unterschiedlich sie auch sein mögen in jedem können wir uns ein klein wenig wiederentdecken – ob uns das nun passt oder nicht.

Die ersten beiden Erzählungen lesen sich wie Gogol, nicht so absurd, aber ebenso komisch. Barnes steckt voller Humor und Ironie und auch seine Charaktere können in den meisten Fällen über sich selbst Lachen – selbst dann noch, wenn Sie gezwungen sind dem Tod ins Auge zu sehen.

Ein großartiges, höchst abwechslungsreiches und zudem sehr wahres Buch über das Altern, das miteinander Leben, das Leben an sich.

JulianBarnes.com | Presseschau beim Perlentaucher | Wikipedia

Gebunden (bei Amazon)
Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3-462-03616-9
Erscheinungsdatum: August 2005
272 Seiten
aus dem Englischen von Gertraude Krueger
Euro (D) 18.90 | sFr 33.40 | Euro (A) 19.40

Taschenbuch (bei Amazon)
btb
ISBN: 978-3-442-73561-7
256 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
Euro (D) 8.00 | sFr 14,90 | Euro (A) 8.30