Julio Cortázar, Liebesgeschichten

… und was wir Liebe nannten, war vielleicht, dass ich mit einer gelben Blume in der Hand vor dir stand, und du trugst zwei grüne Kerzen, und die Zeit blies uns einen langsamen Regen aus Verzicht und Abschied und Metro-Tickets ins Gesicht… (Julio Cortázar, Rayuela)

Zu allererst lese man die „Dubliner”. Es ist die einzige Möglichkeit das Werk eines der größten Schriftsteller zu verstehen.
(T.S.Eliot über eine Kurzgeschichte von James Joyce)

Julio Cortázar, LiebesgeschichtenÄhnliches kann man über die, im Suhrkamp Verlag erschienen und von Michi Strausfeld fein zusammengestellten, Erzählungen „Liebesgeschichten” des Argentiniers Julio Cortázar sagen. Um die Komplexität seines Schaffens zu erfassen, sollte man zuerst diese Kurzgeschichten über die vielseitigen Formen der Liebe lesen. Die Liebe ist bei Cortázar meist eine Gefahr. Aus kurzem, flüchtigem Glück kann schnell bitterer, auch todbringender Ernst werden. Nach 12maligem Rausch süchtig, abhängig geworden, lese man dann alles Andere aus dem umfangreichen Werk des, neben Borges und Bioy Casares, großen lateinamerikanischen Surrealisten, um nach Beendigung der allerletzten Seite, glücklich und gespannt, bei der allerersten Zeile dieses Buches wieder ganz von vorne anzufangen.

„Und nachdem sie all das, was sie machten, gemacht haben, stehen sie auf, baden sich, pudern sich, parfümieren sich, kämmen sich, ziehen sich an und werden so nach und nach wieder das, was sie nicht sind.” (Julio Cortázar, Liebe 77)