Ausstellungen und Kunstblog
10.07.10
- 08.08.10
Michael Riedel: The quick brown fox jumps over the lazy dog (Details)
Kunstverein
02.07.10
- 28.08.10
Mat Hennek: Woodlands and beyond… (Details)
Flo Peters Gallery
18.06.10
- 29.08.10
Sergey Bratkov & Nobuyoshi Araki (Details)
Deichtorhallen
13.06.10
- 03.10.10
Picasso: Der Stier und das Mädchen
Ernst-Barlach-Haus
11.06.10
- 19.09.10
Barock aus Antwerpen: Rubens, van Dyck, Jordaens
Bucerius Kunst Forum
04.06.10
- 12.09.10
Segeln, was das Zeug hält. Niederländische Gemälde des Goldenen Zeitalters
Kunsthalle Hamburg
28.05.10
- 12.09.10
Klimakapseln – Überlebensbedingungen in der Katastrophe (Details)
Museum für Kunst und Gewerbe
22.04.10
- 01.08.10
Eine Frage der Zeit. Vier Fotografinnen im Hamburg der Zwanziger Jahre (Details)
Museum für Kunst und Gewerbe
21.03.10
- 16.01.11
Body & Soul. Menschenbilder aus vier Jahrtausenden (Details)
Museum für Kunst und Gewerbe
13.02.10 - 24.05.10: Bucerius Kunst Forum
Rathausmarkt 2, Hamburg,
Telefon: 040-360996-0
zu Google Kalender hinzufügen | Cali herunterladen

Italienisch? Marmorfrüchte (spätes 16. Jahrhundert). Kunsthistorisches Museum Wien, Schloss Ambras
Die Ausstellung Täuschend echt widmet sich dem Trompe-l´oeil („täusche das Auge“), der illusionistischen Kunst, die insbesondere durch perspektivische Darstellungen Tiefe und Räumlichkeit in Gemälden vortäuscht sowie durch die realitätsgetreue Darstellung eine Illusion der Wirklichkeit herstellt.
Die Perfekte Illusion dient nicht zuletzt dazu, die Handschrift des Malers zu leugnen. Erst wenn in der eingehenden Betrachtung erkannt wird, dass es sich um ein Kunstwerk handelt, offenbart sich auch die Idee. In diesem Spiel von Selbstverleugnung und -erschaffung liegt ein Schlüssel zur Kunst des Trompe-l’oeil, zur Kunst der Künstler.
Pere Borrell del Caso. “Flucht vor der Kritik” (1874). Banco de España, Madrid
In der Ausstellung sind rund achtzig Werke von der Antike bis zur Gegenwart aus deutschen und internationalen Sammlungen versammelt. darunter auch die berühmten „Augentäuscher“ von Samuel van Hoogstraten oder Cornelisz Gijsbrechts aus dem 17. Jahrhundert. Darüber hinaus Werke von Lucas Cranach, Peter Paul Rubens und Jean-Baptiste Siméon Chardin, Andy Warhol und Jasper Johns sowie Photographien von Thomas Demand und Skulpturen von Christian Jankowski und Installationen von Peter Fischli/David Weiss und Janet Cardiff zu sehen.
Das Trompe-l’oeil entspricht mit seiner Zurschaustellung oft kostbarer und seltener Objekte dem Repräsentationsbedürfnis von Adel und Bürgertum. Im 18. Jahrhundert verliert das klassische Stillleben für die Trompe-l’oeil-Malerei an Bedeutung. Späte Vertreter sind Adriaen Coorte und Jean Siméon Chardin. Wichtigster Typus wird nun das in weiten Kreisen geschätzte Quodlibet (lat., „was beliebt“), das mit seinen collagehaften Zusammenstellungen von Briefen, Urkunden und Drucksachen historische Ereignisse und persönliche Erinnerungen einbezieht.
Eine weitere populäre Facette des Trompe-l’oeil stellen in Grisaille gemalte Steinreliefs dar, mit denen die Maler ihre Fähigkeit, eine fremde Gattung perfekt zu imitieren, selbstbewusst inszenieren. Transparente Glasscheiben durch Sprünge zur Erscheinung zu bringen, ist eine neue Spielart der Augentäuschung in der Zeit um 1800. In den USA erfährt die Trompe-l’oeil-Malerei am Ende des 19. Jahrhunderts in der traditionellen Form des Quodlibets, jedoch mit typisch amerikanischen Sujets, eine letzte Renaissance.
Seit den 1960er Jahren arbeiten Künstler mit den Verfahren des Trompe-l’oeil nicht nur in der Malerei, sondern in den verschiedensten Medien. Die Pop Art setzt auf den Überraschungseffekt, den lebensechte Nachbildungen alltäglicher Gegenstände hervorrufen. Graphik, Photographie und Videokunst der Gegenwart spielen mit der Irritation der Wahrnehmung. Sie zitieren und kommentieren die Traditionen des Trompe-l’oeil. In der Installationskunst und hyperrealistischen Skulptur werden augentäuschende Verfahren eingesetzt, um die Grenzen der Kunst und des Kunstraums auszuloten und aufzubrechen. Auch im Zeitalter der Simulation bleibt dem Betrachter die Aufgabe, sich des Bildes und der Wirklichkeit immer neu zu vergewissern.
Katalog: Der Katalog zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag, München (228 Seiten mit farbigen Abbildungen aller ausgestellten Werke). Preis: 24,80 € in der Ausstellung, die Buchhandelsausgabe kostet € 34,80
Öffnungszeiten: täglich 11 bis 19 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr
Eintritt: € 7,–, ermäßigt € 5,– / Gruppen ab 12 P. € 5,– p. Person / montags Einheitspreis € 5,–/ Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Eintritt frei.
“ Täuschend echt – Illusion und Wirklichkeit in der Kunst ”
XHTML: Damit kannst du deinen Kommentar tunen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>
-->
Keine Kommentare
zum Kommentarfeld | comments rss [?] | trackback uri [?]