Town and Country | Up Above

town and country - up above - thrill jockey recordsZugegeben, der Einstieg, die ersten Minuten sind nicht einfach. Sun Trolley: Viola, Harmonium, Organ Pipe, eine Rassel ist dabei, ein Akkordeon? Alle wuseln und zippern durcheinander, dem Gejaule einer Feueralarmsirene nicht unähnlich. Ober ist es das Instrumentestimmen der Musiker, eine Probe?

Bitte, nur nicht weiterspulen jetzt. Finger weg von der Foreward-Taste, oder gar aufgeben. Es lohnt sich dran zubleiben. Weiterhören! 140 Sekunden später bleibt aus dem Klängeknäuel nur noch eine Viola übrig, diese sucht zaghaft, schüchtern und verunsichert fast, nach einem Rhythmus, einer Klangstruktur, setzt zusammen. Ein Harmoniegebilde wächst langsam, mit einer unglaublichen Schönheit, heran.

Für mich eine der ungewöhnlichsten und besten CDs des vergangenen Jahres vom dem (New)-Jazz-Quartett aus Chicago.
Viele asiatische Zupf-, Schlag- -und Schüttel-Instrumente sind mit, von der letzte Konzerttour durch Japan, in die Heimat zurückgekommen und im Gegensatz zu den vorigen Alben (5 auf Thrill Jockey und 1 auf BoxMedia erschienen) verlassen Town and Country diesmal den Weg des epischen Minimalismus, werden kürzer, abwechslungsreicher und fröhlicher. Zum ersten mal wird bei Town and Country auch gesungen, mit einer Art summenden Kehlkopfstimme, die aber auch eher einem Instrument gleicht, was keine Kritik ist. Im Gegenteil.

Durch den asiatischen „Touch” bekommt up above natürlich etwas kontemplatives, meditatives ohne aber abgehoben zu wirken. Der Hörer bleibt auf jeden Fall auf dem Teppich, teilweise ratlos, fasziniert aber auf jeden Fall.
Ähnlich:

  • Ben Vvida, mpls (Boxmedia),
  • Josh Abrams, Cipher (Delmark Record)
  • The Lightbox Orchestra, First Contact (Locust Records)
  • The Necks, Mosquito/See Through

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