Ausstellungen und Kunstblog
23.07.10
- 21.08.10
Susanne Beik: Malerische Installation und Tafelbilder
Kunstverein Viernheim
01.07.10
- 12.09.10
Peter Kogler: Projektion (Details)
Schirn Kunsthalle
01.07.10
- 12.09.10
Mike Bouchet: Neues Wohnen (Details)
Schirn Kunsthalle
24.06.10
- 28.11.10
Sahure – Leben und Tod eines großen Pharao (Details)
Liebieghaus
06.06.10
- 26.09.10
Alan Green
Museum
06.06.10
- 26.09.10
Alan Green (Details)
Museum
02.06.10
- 29.08.10
Zelluloid – Film ohne Kamera (Details)
Schirn Kunsthalle
22.05.10
- 05.09.10
Less and more – Das Design-Ethos von Dieter Rams
Museum für Angewandte Kunst
27.03.10
- 22.08.10
Funktionen der Zeichnung: Konzeptuelle Kunst auf Papier aus der Sammlung des MMK
Museum für Moderne Kunst
19.02.10
- 22.08.10
Radical Conceptual: Positionen aus der Sammlung des MMK
Museum für Moderne Kunst
04.03.10 - 13.06.10: Schirn Kunsthalle
Römeberg 19, Frankfurt,
Telefon: 069-299882-0
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Uwe Lausen zählt zu den stärksten, jedoch wenig bekannten Vertretern der figurativen Malerei der 1960er-Jahre in Deutschland. Anlässlich seines vierzigsten Todestags widmet die Schirn dem mit 29 Jahren durch Selbstmord verstorbenen Autodidakten eine große Überblicksausstellung. Innerhalb von nur neun Jahren schuf Lausen ein von rasanten Entwicklungssprüngen gekennzeichnetes Werk, in dem er auf überzeugende Weise den ab 1964 aus England und Amerika einbrechenden Einfluss der Pop-Art in eine sehr eigene und zeitgemäße Sprache übersetzte. Ihm ging es im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen nicht um die Schilderung der banalen Konsumwelt, sondern um die schonungslose Darlegung menschlicher und gesellschaftspolitischer Dramen. In verzweifelt aggressiver Form, die sich in seinen Arbeiten in einem kühlen Realismus niedergeschlagen hat, übte Lausen Kritik an den gesellschaftlichen Zwängen der Zeit und nahm dabei Tendenzen vorweg, die im Deutschen Herbst offen zutage traten. Gleichzeitig entwickelte er eine markante und kontrastreiche Bildsprache, die aus heutiger Sicht höchst aktuell ist und ein jüngeres Publikum ebenso begeistert wie Lausens eigene Generation.
Die Ausstellung in der Schirn umfasst neben 50 Gemälden und ebenso vielen Arbeiten auf Papier auch einen der Wohnsituation des Künstlers nachempfundenen Raum. Hier werden Aufnahmen von Uwe Lausen mit dem Musiker Hans Poppel und Texte des Künstlers zu hören sowie Fotografien seiner Ehefrau, der Fotografin Heide Stolz, zu sehen sein.
Uwe Lausen wird 1941 als Sohn des späteren SPD-Politikers und Bundestagsabgeordneten Willi Lausen in Stuttgart geboren. Schon früh beginnt die Rebellion des Einzelgängers gegen seine Umwelt. Zunächst richtet sie sich gegen die Schule und das Elternhaus, später gegen die bestehenden gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in den Sechzigerjahren. Uwe Lausens ursprüngliches Ziel war es, Schriftsteller zu werden. So unterschreibt er bereits 1957 Briefe in der für ihn typischen Mischung aus Hybris und Wissen um die eigene Begabung mit „Uwe Lausen (der Autor)“. Ein Philosophie- und Jura-Studium bricht der musisch, künstlerisch und intellektuell Hochbegabte nach nur wenigen Monaten ab. Kurze Zeit wirkt er an der gemeinsam mit seinem Schulfreund Frank Böckelmann 1961 in München gegründeten Literaturzeitschrift „ludus“ mit. Bald jedoch verlagert sich Lausens Interesse hin zur Malerei. Grund dafür mag die beginnende Freundschaft mit den Malern der Münchner Künstlergruppe SPUR (1957–1965) um Lothar Fischer, Heimrad Prem, Helmut Sturm und H.P. Zimmer gewesen sein. Über SPUR tritt Lausen in Kontakt zur „Situationistischen Internationale“ (1957–1972), der zu jener Zeit revolutionärsten und international aktiven Vereinigung von Künstlern, Literaten, Architekten und Filmemachern in Europa unter der Führung von Guy Debord und Asger Jorn. Die frühen Gemälde Lausens aus den Jahren 1961 und 1962 zeugen stark von diesem künstlerischen Umfeld, aus dem er besonders die informell-figurativen Ansätze Asger Jorns und der Gruppe SPUR für sich geltend machte. (Schirn Kunsthalle Frankfurt)
Weitere Stationen: Museum Villa Stuck, München (25. Juni – 3. Oktober 2010), Sammlung Falckenberg, Hamburg (22. Oktober 2010 – 23. Januar 2011).
Katalog: Uwe Lausen. Ende schön Alles schön. Herausgegeben von Selima Niggl, Pia Dornacher, Max Hollein. Mit einem Vorwort von Max Hollein, Michael Buhrs und Harald Falckenberg sowie Texten von Margrit Brehm, Justin Hoffmann, Axel Hinrich Murken und Selima Niggl, 132 Seiten, 130 Abbildungen, Hachmannedition, Bremen 2010, ISBN 978-3-939429-76-0, Preis 24,80 € (Schirn und Buchhandel).
Öffnungszeiten: Di, Fr–So 10–19 Uhr, Mi und Do 10–22 Uhr.
Eintritt: 7 €, ermäßigt 5 €, Familienticket 14 €; Kombiticket mit der Ausstellung „Georges Seurat. Figur im Raum“ 13 €, ermäßigt 9 €; Kombiticket mit der Ausstellung „Zelluloid. Film ohne Kamera“ 12 €, ermäßigt 8 €; Kombiticket mit den Ausstellungen „Georges Seurat. Figur im Raum“ und „Eberhard Havekost. Retina“ 14 €, ermäßigt 10 €. Freier Eintritt für Kinder unter 8 Jahren.
“ Uwe Lausen: Ende schön Alles schön ”
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